Mit dem F/Gravel und speziell auf das Bike abgestimmten Bikepacking-Taschen möchte die junge Fahrradmarke Fara Bikes aus Oslo abenteuerlustige Menschen ansprechen. Wir haben das Carbon-Gravelbike von Fara ausgiebig getestet.
Fara ist eine kleine, junge Fahrradmarke aus Oslo, die im Mai 2016 gegründet wurde. Der Name kommt aus dem Altnorwegischen und bedeutet so viel wie “reisen” oder “etwas wagen”. Das spiegelt sich in den Gravelbikes und Rennrädern des norwegischen Direktversenders wieder. Der ehemalige Weltklasse-Sprinter Thor Hushovd fährt seit einigen Jahren auf Fara-Bikes.
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“Entworfen, um dich an die unglaublichsten Orte zu bringen” lautet die Beschreibung des Bikepacking-Rades. Vorgestellt mit der Modellbezeichnung F/GR heißt das Fara-Gravelbike mittlerweile schlicht und verständlich F/Gravel. Auch seine Geschwister F/Road und F/All-Road tragen ihr Einsatzgebiet im Namen.
Ein Alleinstellungsmerkmal des Fara F/Gravel sind die speziellen Bikepacking-Taschen, die passend zum Rad gekauft werden können. An individuellen, aber gut versteckten Anschraubpunkten am Rahmen werden Magnethalter angebracht, woran sich die Fara Bikepacking-Taschen magnetisch befestigen lassen. Weiter unten gibt’s mehr zu den einzigartigen Bikepacking-Taschen dieses Gravelbikes.
Besonderheiten und Details des Fara F/Gravel:
In vier verschiedenen Rahmengrößen soll das Fara-Gravelbike für Menschen von 1,60 Meter bis knapp 2,0 Meter Körpergröße passen. Die Herstellerangaben können eine gute Orientierung bieten, ein Bikefitting gibt auch im Vorfeld des Fahrradkaufs eine präzisere Auskunft.
Gravelbike-typisch ist der Radstand des F/Gravel vergleichsweise lang. Das verspricht ein laufruhiges Fahrverhalten. Der Stack-to-Reach Quotient liegt zwischen 1,4 und 1,5. In kleineren Rahmengrößen ist die Sitzposition gestreckter als in großen. Das Gabel-Offset (Gabelvorlauf) passt Fara je nach Rahmengröße an, damit man nicht mit den Zehen beim Einlenken am Vorderreifen streift. Stack und Reach wachsen beim F/Gravel über die vier Rahmengrößen sehr linear. Insgesamt fällt die Sitzposition auf dem Carbon-Gravelbike eher eine Spur gestreckt als aufrecht komfortabel aus.
Im Unterrohr des F/Gravel gibt es zusätzlichen Stauraum. Hier lässt sich eine Tasche mit Werkzeug, ein Ersatzschlauch oder eine Windjacke im Inneren des Carbonrahmens verstauen. Der Verschlussmechanismus des Kunststoffdeckels war bei unserem Testbike noch zu wenig straff, so dass die Klappe auf ruppigen Abfahrten abfiel. Doch Fara hat den Verschlussmechanismus des Stash Hatch, wie das Unterrohr-Staufach heißt, mittlerweile weiterentwickelt und robuster gemacht.
Wer ein F/Gravel kaufen möchte, kann beim Direktversender aus Norwegen viele Details konfigurieren: von der Schaltgruppe über die Vorbaulänge bis zu Lenker und Sattel. Im letzten Schritt fragt der Fara-Konfigurator nach Accessoires, hier können die ins Design integrierten Bikepacking-Taschen hinzugefügt werden (Satteltasche, Rahmentasche und Lenkerrolle). Außerdem können Topeak Versacages für die Gabel ausgewählt werden. Auch passende Schutzbleche und Flaschenhalter lassen sich ergänzen. Das Testrad kam mit folgenden Komponenten und Spezifikationen in der TOUR-Redaktion an - inklusive Satteltasche, Lenkerrolle und Rahmentasche:
Was ist neben dem Rad wichtig für eine Bikepacking-Tour? Richtig: passende Taschen. Und genau an die wurde beim Bikepacking-Gravelbike von Fara Cycling direkt mitgedacht. “Es macht eigentlich keinen Sinn, die Taschen nicht gleich mit zu designen” sagt Jeff Webb, CEO von Fara Cycling. Die Taschen sind nahtlos integriert und schnell abnehmbar. Für den Entwicklungsprozess war den Designern wichtig, dass das Gravelbike sowohl mit als auch ohne Taschen gut aussieht. Schließlich soll das Rad nicht ausschließlich beim Bikepacking zum Einsatz kommen, sondern auch auf Tages-Touren und Feierabendrunden ohne Zusatzgepäck. Und so schloss sich Fara mit dem Fahrrad- und Bikepacking-Taschen-Hersteller Roswheel zusammen, um die Gepäcktaschen zu entwickeln. Auch ein österreichischer Designer, der in Oslo lebt, war an diesem Entwicklungsprozess beteiligt. Schließlich wurden Fidlock-Magnetverschlüsse gewählt, mit denen sich die Taschen am F/Gravel-Rahmen befestigen lassen. Für die Montage der Rahmentasche müssen Madenschrauben aus dem Rahmen entfernt und passende Fidlock-Schrauben eingesetzt werden. So kann die Rahmetasche in Sekunden ein- und ausgeklickt werden. Auch an der Carbongabel sind solche Madenschrauben zu finden.
Das Taschensortiment von Fara besteht aus drei Taschen mit reflektierenden Elementen. Lenker- und Satteltasche sind wasserdicht, die Rahmentasche wasserabweisend. Alle drei Taschen sind mit großflächigen Reflex-Elementen ausgestattet und sorgen für Sichtbarkeit.
Je nach Rahmengröße variiert die Größe der Rahmentasche. Übrigens: mit entsprechenden Adaptern und Riemen lassen sich die Taschen auch an jedem anderen Rennrad oder Gravelbike verwenden - vorausgesetzt der Platz reicht aus.
Etwa 2000 Kilometer haben wir mit dem Gravelbike zurückgelegt – beim Pendeln, auf trailigen Feierabendrunden, einer Winter-Bikepacking-Tour und bei einem Cyclocross-Rennen.
“Kann ich sie behalten?” fragte ein Kollege aus der Redaktion, nachdem er seine erste Tour mit dem Gravelbike von Fara Cycling gedreht hatte. Ein anderer Kollege war erstaunt, wie gut er mit 1,79 Metern auf das Rad in Größe S passt. Rahmengröße M wäre für ihn jedoch die passendere Wahl gewesen. Ich selbst erinnere mich gut an meine erste Fahrt, bei der die Einstellungen noch nicht so recht passten. Mit ein paar Optimierungen hier und einigen Anpassungen dort fühlte ich mich sehr wohl auf dem Gravelbike, ein kürzerer Vorbau wäre für meine 1,60 Meter Körpergröße ideal gewesen.
Zunächst rollte das Fara F/Gravel etwas behäbig. Kurzerhand wurde ein Satz anderer Reifen (Schwalbe G-One RS, 45 Millimeter breit) montiert, um zu überprüfen, ob diese das Fahrgefühl ändern würden. Siehe da: die Fahrten wurden bei gleicher gefühlter Anstrengung schneller, das Fahrgefühl spritziger. Außerdem war der Grip bei feuchten Bedingungen eine deutliche Spur besser.
Das Rad fährt gut geradeaus, sowohl mit als auch ohne Gepäck. Am Ziel der Winter-Bikepacking-Tour - unten gibt’s mehr dazu - haben wir das Bike auch im Renntempo und mit Startnummer am Lenker getestet, es stand nämlich ein Cyclocross-Rennen auf dem Programm. Dabei zeigte sich: Der Fara-Graveler lenkt sich auch agil um verwinkelte Cross-Kurse und lässt sich gut auf kurvigen Trails um Bäume und Wurzeln manövrieren.
Der eigentliche Plan war, das Bikepacking-Gravelbike von Fara Cycling beim Badlands 2022 einem Härtetest zu unterziehen. Der Zoll sah das anders, das Rad kam nicht rechtzeitig an. Am ersten Tag dieses Bikepacking-Rennens in Südspanien sah ich einen Mann auf einem F/Gravel und mit Fara-Kleidung: Es war Jeff Webb, der CEO von Fara Cycling. Von dieser Begegnung gibt es ein Foto:
Jeff Webb, CEO von Fara-Cycling über Bikepacking:
Nun aber zurück zum Thema: Bikepacking mit dem F/Gravel. Statt einer 780-Kilometer-Tour durch spanische Wüsten wurde der Jahresendurlaub für eine Winter-Bikepacking-Tour genutzt. Von München führte die Route nach Salzburg, dann nach Kärnten in Österreich und weiter nach Italien. Dort ging es in ständigem Auf und Ab durch Weinberge zum Gardasee und schließlich zu einem Cyclocross-Rennen 50 Kilometer südlich vom Gardasee. Knapp 950 Kilometer mit 7400 Höhenmetern und jeder Menge Gepäck sowie Equipment, um draußen zu schlafen inklusive.
Voll bepackt wog das Rad etwa 24 Kilo. Dementsprechend träge wurden die Antritte. Auch bergab mussten wir uns erst an das Mehrgewicht gewöhnen, das zusätzliche Gewicht schob deutlich und die SRAM-Scheibenbremsen mussten ordentlich zupacken beim Verzögern. Auch wenn wir beim Bremsen mehr zupacken mussten, um die Geschwindigkeit zu reduzieren, vermittelte das Fara-Gravelbike auch mit Gepäckzuladung stets ein sicheres Gefühl. Auch auf schlammigen Wegen oder rumpeligen Wurzelpassagen.
Winterschlafsack, Isomatte, und Klamotten nehmen schon viel Platz weg. Je nachdem, wie viel Gepäck hinein soll, reicht der Platz, den die drei Taschen bieten völlig aus. Für unsere Tour war das zu wenig, so dass wir Gabeltaschen und eine Oberrohrtasche, alles von Ortlieb, ergänzt haben. Gut, dass das Rad über die nötigen Anschraubpunkte verfügt.
Grob betrachtet ähneln die drei Bikepacking-Taschen von Fara den Taschen anderer Hersteller. Nur die Befestigung am Rad funktioniert etwas anders, wie oben bereits beschrieben. Damit sich die Magnete, die in den Rahmen eingeschraubt werden, nicht lösen, empfehlen wir Loctite zu verwenden.
Wie gewöhnliche Taschen auch, werden zwei Riemen über den Sattelstreben durchgefädelt. Der dritte Haltepunkt ist kein Klettband, sondern ein Fidlock-Magnet. Das System der Fara-Satteltasche hat auf Anhieb funktioniert.
Bei mir, mit einer Sitzhöhe von 66,5 Zentimetern (Mitte Tretlager bis Oberkante Sitzbereich) war der Sattelstützenauszug ziemlich knapp, um ausreichend Platz für die Tasche zu lassen. Wenn überhaupt, waren 1,5 Zentimeter zwischen Reifen und Tasche. Bei Touren im Schlamm fängt es da schnell an zu Schleifen - wie das Bild mit Schnee unten zeigt.
Großer Vorteil dieser Tasche ist, dass sie durch den Magneten nicht weiter nach unten rutscht. Auch auf sehr unebenem Untergrund berührte die Tasche in keinem Moment den Reifen. Das habe ich bei anderen Taschen schon anders erlebt. Ein weiterer Vorteil ist, die Tasche hält auch ihre Form, wenn die Spitze nicht gut gepackt ist - das heißt, wenn Luft drin ist.
Auf der Winter-Bikepacking-Tour kam es an zwei Tagen vor, dass die Riemen, die die Tasche stabilisieren, sich etwas gelockert haben. Bemerkbar machte sich das, als die Tasche anfing zu schwingen. Wieder festgezurrt, hat es danach gehalten. Auch an den übrigen Tagen saß die Tasche gut. Schwingen war nicht wahrnehmbar, weder für Fahrer noch beim Draufschauen. So wie es der Hersteller auch verspricht: Ein Satteltaschen-Design, das das Hin- und Herschwingen der Tasche eliminiert. Voraussetzung ist aber, dass alle Riemen fest angezogen werden.
Wenn die Magnete einmal an den Rahmen geschraubt und mit Loctite gesichert sind, ist die wasserabweisende Fara-Rahmentasche sekundenschnell montiert. Auf der linken Seite befindet sich eine Tasche für Kleinkram wie Smartphone oder Geldkarte. Das Hauptfach ist über einen Zwei-Wege-Reißverschluss zu erreichen. Vorteil davon: die Tasche lässt sich bedarfsspezifisch öffnen. Ist das Werkzeug hinten am Sitzrohr, wird die Tasche von hinten nach vorne geöffnet. Oder wird gerade ein Snack aus dem vorderen Taschenbereich benötigt? Dadurch entfällt langes Kramen in der Rahmentasche - sofern man weiß, wo was in der Tasche liegt. Der Reißverschluss bringt gleichzeitig auch einen Nachteil mit sich. Wir sind mit der Innenseite des Oberschenkels immer wieder an den Reißverschluss gestoßen.
Ich bin kein Fan von Lenkertaschen. Man kommt schlecht ran und bei meiner Rahmengröße und Lenkerbreite habe ich oft das Problem, dass ohnehin nur wenig reinpasst und die Tasche schnell auf dem Vorderreifen schleift. Hier kommen also Dinge rein, die ich tagsüber nicht brauche wie der Schlafsack.
Die Lenkertasche von Fara wird mit zwei Riemen und Fidlock-Verschlüssen am Lenker befestigt. Um das Steuerrohr wird ein Klettriemen gelegt. An dem Riemen befindet sich ein Magnet, in den der an der Tasche befindliche Gegenpart eingeklickt wird. Auch hier geht die Montage der Tasche zügig von der Hand. Reflektierende Elemente sorgen für Sichtbarkeit
Eine Oberrohrtasche zählt leider nicht zum Taschen-Sortiment von Fara. Deshalb haben wir uns mit dem neuen Ortlieb Fuel Pack* ausgeholfen.
Das F/Gravel ist ein gutmütiges Carbon-Gravelbike mit großer Reifenfreiheit und Anschraubpunkten für zusätzliches Gepäck. Das Allround-Bike fürs Bikepacking-Abenteuer rollt zuverlässig geradeaus, aber ist gleichzeitig ausreichend agil, um auf engen Trails Spaß zu haben.
Der Fara-Gründer Jeff Webb war bereits in der Fahrradbranche tätig bevor er seiner eigenen Firma für Abenteuerräder Leben einhauchte. Sein Ziel war es, etwas anders zu machen. Als begeisterte Radfahrer und Bikepacker wussten er und sein Team genau, was sie von einem Rad erwarten. Von diesem Punkt aus ging es rückwärts in Richtung Traumrad. Und so wurde der Traum Wirklichkeit: Es wurden eigene und innovative Produkte entwickelt.
Der Name Fara kommt aus dem Altnorwegischen und bedeutet so viel wie Reisen, das spiegelt auf der einen Seite den Einsatzzweck wieder, für den die Rennräder und Gravelbikes entwickelt werden, auf der anderen Seite den norwegischen Flair der Marke. “Die Marke ist sehr norwegisch und das ist uns sehr wichtig, dieses Erbe wollen wir uns erhalten,” gibt Webb zu verstehen.
Schon 2015 wurde die Marke Fara gegründet. 2016 gab es die ersten Fahrräder und die Marke wurde der Öffentlichkeit vorgestellt. Webb bezeichnet das Jahr als “introduction year” - Vorstellungsjahr. Was als eine Art Hobby startete, dauerte 3-4 Jahre an, dann konnten die Gründer von Fara in ihrer eigenen Firma Vollzeit arbeiten. Seit 2020 werden mehr Räder verkauft und das Team ist auf etwa 15 Personen angewachsen.
Jeff Webb, CEO von Fara-Cycling über Bikepacking:
Neben dem F/Gravel gehören folgende Räder zum Fara-Sortiment:
Das persönliche Fara-Lieblingsrad von Jeff Webbs ist das F/All-Road. Warum? Trotz der 35 Millimeter breiten Reifen fühlt es sich wie ein Rennrad an, aber es bietet die Möglichkeit, überall hinzufahren.
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